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Das Mahayana, dessen Philosophie auch den Kern des tibetischen Buddhismus bildet, tritt erst um Christi Geburt in Erscheinung. Seine entscheidendste philosophische Neuerung bildet die Vorstellung eines Absoluten - der sogenannten Leere, die alles Sein durchdringt und damit auch die Wiedergeburt und das Nirvana gegenseitig aufhebt. Diese Lehre wird als zeit- und grenzenlos, ungeschaffen, unveränderlich, undenk-, unwäg-, und unmeßbar bezeichnet. ...
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Etwa vom 5. bis 6. Jh. an werden die indischen Religionen des Buddhismus, Hinduismus und Jainismus, vom magischen Gedankengut des Tantrismus erfaßt. Es handelt sich dabei um eine geheime Erkenntnislehre, deren Ziel die Transzendierung der realen Welt in das höchste Sein und die mystische Verschmelzung mit dem Absoluten bildet.
Wesentlich ist, die Ablehnung dogmatischer Anschauungen, die Betrachtung der Welt als einer aus purer Energie besteh ...
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Bereits in der Geschichte habe ich erwähnt, wie König Songtsen Gampo und seine beiden Gemahlinnen den Buddhismus in Tibet einführten und förderten. Um sich einer breiten Masse überhaupt verständlich machen zu können, integrierten die tibetischen Mönche einheimische, volksreligiöse Vorstellungen in ihre Glaubensinhalte. Magische Rituale, exorzistische Riten, rituelle Heilungen und Besessenheitsphänomene prägten somit von Anfang an das äußere E ...
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Die Religionsfreiheit in Tibet besteht nur scheinbar. Die Riten in den Tempeln können wieder vollzogen werden. Die einfachen Menschen müssen nicht mehr schwere Strafen befürchten für das bloße Murmeln eines Gebets oder auch nur für den Besitz einer Gebetsmühle. Die Verbreitung der buddhistischen Lehre jedoch, ist nicht erlaubt und die Ausbildung qualifizierter Lehrer untersagt. Eine kürzlich beendete "Säuberungsaktion" in den Klöstern gestattet ...
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Durch die bahnbrechenden Entdeckungen des Nikolaus Koperikus sind die Grenzen unseres Weltalls in unvorstellbare Entfernungen gerückt. Ähnliche Vorstellungen über eine ungeheure Ausdehnung von Zeit und Raum sind in Indien jedoch schon seit viel längerer Zeit präsent gewesen und haben auch in den Buddhismus Eingang gefunden. Sie beruhten aber weniger auf wissenschaftlichen Beweisen, als auf einem umfassenden Analogiedenken.
Buddhistischer Vor ...
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(Bild)
Oft am Eingang der Versammlungshalle eines Klosters dargestellt, soll es den einfachen Gläubigen in bildlicher Weise mit den grundlegenden dogmatischen Anschauungen über den Kreislauf des Daseins vertraut zu machen.
In der Radnabe sieht man ein Schwein, eine Schlange und einen Hahn als Symbole für Unwissenheit, Haß und Stolz, die "Drei Grundgifte", welche die Ursache des Geburtenkreislaufes bilden. Solange das Bewußtsein von ihnen be ...
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Dieses Buch zählt wegen seiner zahlreichen Übersetzungen zu den bekanntesten Zeugnissen der tibetischen Literatur. Es belehrt über die Erfahrungen, die der Mensch im Bardo macht, dem Zwischenbereich zwischen Tod und Annahme einer neuen Existenz. Der Bardo ist gleichermaßen ein Reich des Schreckens, wie die beste Chance zur Befreiung. Aufgabe des Menschen ist es , seine karmisch bedingten Illusionen zu durchschauen und den Bardo als die Pforte z ...
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Auf unzähligen, sogenannten "Mani-Steinen" in Tibet ist die Inschrift "Om mani padme hum" eingemeißelt. Hunderttausende Tibetern setzen täglich Gebetsmühlen in Bewegung und murmeln dabei diese Gebetsformel, die soviel heißt, wie "Gesegnet seien Sprache, Körper und Seele durch das Juwel der Lotusblüte".
Das Gebet "Om mani padme hum" sammelt die geistigen Kräfte und konzentriert sie auf den richtigen Weg. Wesentlich dabei ist, den Geist auf ...
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Das Gebet hat im Buddhismus eine vom Christentum recht verschiedene Bedeutung. Gebete im buddhistischen Sinn sind nicht Bitten an eine außer uns stehende Macht, zur Erlangung persönlicher Vorteile, sondern ein Aufrufen der in uns wohnenden Kräfte, und dies kann nur dann erfolgreich sein, wenn wir frei sind von egoistischen Wünschen. Mit anderen Worten: Der Buddhist setzt seine Hoffnung nicht auf die Macht der Götter, sondern er glaubt an die Ma ...
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In der Buddha-Legende heißt es, die acht Glückssymbole seien dem Buddha nach seiner Erleuchtung als Sinnbilder der Qualitäten seiner Lehre überreicht worden. Zu finden sind sie auf Altären als Opfergaben für die Buddhas sowie in allen Bereichen des täglichen Lebens der Tibeter.
1. Der Schirm
Dies ist ein Symbol des Schutzes, den die Lehre des Buddha gewährt.
2. Die Kalasha (Vase)
(Bild)
Sie symbolisiert das ewige Leben, das der Nektar ...
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(Bild)
Mandala heißt wörtlich übersetzt "Kreis" und ist ein universelles Symbol der Menschheit, das seit jeher zur Heilung, Meditation und Selbstbesinnung genutzt wurde. Die Kreisform lenkt automatisch die Konzentration auf die Mitte und ist somit eine gute Übung zur Meditation. In neuerer Zeit hat sich Psychoanalytiker C.G. Jung intensiv mit den Mandalas befaßt. Er meinte, daß sie eine wertvolle Hilfe beim persönlichen Reifungsprozeß sein könne ...
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Aus Lehm oder Ton
Sie werden in der Regel aus Lehm, Ton oder verschiedenen Metallegierungen hergestellt, seltener aus Stein oder Holz. Schon aus Kostengründen ist die Mehrzahl der großen Statuen aus einem Lehm- oder Tongemisch gefertigt, das auf einen Holzkern als Basis aufgetragen wird. Ist die Statue trocken, wird sie poliert und farbenprächtig bemalt.
Aus Metall
Diese Plastiken bestehen meist aus Messing, Kupfer oder Bronze hergeste ...
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Neben den Plastiken bilden diese Bilder die bekanntesten Zeugnisse der tibetischen Kunst. Traditionell werden auf die Leinwand zunächst mit Bleistift die Bildachsen eingezeichnet und die Raster der Gottheiten entworfen. Danach malt ein Schüler die einzelnen Partien aus und zum Abschluß übernimmt der Meister die Feinarbeit. Nach der Vollendung faßt man die Leinwand in Brokat ein. Die Malerei selbst umrahmen zwei rote und gelbe Brokatstreifen, di ...
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Sie bestehen aus ungebundenen Blättern, deren breite zur Länge im Verhältnis von etwa 3 : 1 steht. Nach Gebrauch faßt der Leser die Blätter zwischen zwei hölzerne Buchdeckel ein und umwickelt alles mit einem Tuch aus Baumwolle, Seide oder Brokat. Hergestellt wurden die Bücher im sogenannten Blockdruckverfahren mit Druckstöcken, in die der Text spiegelverkehrt eingeschnitzt war. Als Druckschwärze diente aus Birkenholz gewonnene Tusche. Papier pr ...
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Tibeter, gleich ob Männer oder Frauen, lieben Schmuck über alles und dokumentieren damit ihren Reichtum und ihre soziale Stellung. Als ein unübersehbares Zeichen des Wohlstandes sind goldene Eckzähne sehr beliebt. Ein großer Teil des Schmucks besitzt aber neben der Schönheit auch eine praktische, religiöse oder heilende Funktion. So werden Steinfeuerzeuge, Maniküre-Sets, Kämme oder Behälter für Schreibfedern - aus kostbaren Materialien gefertig ...
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Im eigenartigen Widerspruch zur weltabgewandten Philosophie des Buddhismus steht die lebensbejahende Einstellung der Tibeter, die sich vielleicht am besten bei den zahlreichen Festen offenbart. Abgehalten werden diese Feste an den traditionellen, seit Jahrhunderten gepflegten Daten. Diese beruhen auf dem im Jahre 1027 eingeführten Kalender, der das Jahr in 12 Monate à 30 Tage aufteilt und alle fünf bis sechs Jahre ein Schaltjahr einfügt. Die hi ...
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Mit ihrer Ansiedlungen in den Flußtälern ließen sich die Tibeter, vor allem im Winter, zunächst in Höhlen nieder. Später bauten sie Häuser mit flachen Dächern. Könige und mächtige Adelsfamilien errichteten sich große, mehrgeschossige Festungen, die Vorläufer der heutigen Dzongs . Abgesehen vom Dzong von Gyantse sieht man heute nur noch auf manchen Bergspitzen ein paar Mauerreste.
Die Häuser des wohlhabenden Bürgertums sind zumeist zwei- bi ...
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Die Erbauungsgeschichte lamaistischer Heiligtümer beginnt im 7. Jh. mit der Errichtung von 13 Tempeln in allen Gegenden des Landes. Diese Tempel erfüllten den Zweck, eine sich über ganz Tibet ausbreitende Dämonin mit Pflöcken an allen Gliedmaßen zu befestigen und so unschädlich zu machen.
Diese ersten buddhistischen Kulturstätten Tibets, die ursprünglich nur aus einem einzigen Raum bestanden, waren Gebetsräume für den damals erst frisch ents ...
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Ursprünglich entwickelten sich manche heilige Orte zu wahren Klosterstädten, in denen mehrere tausend Mönche lebten. Zumeist nach Süden ausgerichtet und oft an Gebirgshängen gelegen, so daß sie in unsicheren Zeiten auch als Schutzburgen fungieren konnten, waren die Klöster in der Regel von einer hohen Mauer eingefaßt. Während die kultischen Zwecken dienenden, zentralen Gebäude oft nach symmetrischen Prinzipien konstruiert wurden, lassen sich in ...
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Der Buddha als das Prinzip der Erleuchtung offenbart sich den Lebewesen nach Vajrayana-Vorstellungen in drei grundsätzlich verschiedenen Aspekten, die als Körper, Wort und Geist des Buddha bezeichnet werden. Als Symbole des Körpers werden alle Statuen von Buddhas, Gottheiten und Heiligen angesehen, als Symbole des Wortes gelten alle heiligen Schriften, und als Symbole des Geistes betrachten die Gläubigen sämtliche Stupas. Die kultische Verehrun ...
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