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Etwa vom 5. bis 6. Jh. an werden die indischen Religionen des Buddhismus, Hinduismus und Jainismus, vom magischen Gedankengut des Tantrismus erfaßt. Es handelt sich dabei um eine geheime Erkenntnislehre, deren Ziel die Transzendierung der realen Welt in das höchste Sein und die mystische Verschmelzung mit dem Absoluten bildet.
Wesentlich ist, die Ablehnung dogmatischer Anschauungen, die Betrachtung der Welt als einer aus purer Energie bestehenden, vielschichtigen Realität, die sich in einer männlich-weiblichen Polarität entfaltet. Weiters gehört die Lehre der Untrennbarkeit von Absolutem und relativem und schließlich die Erkenntnis, daß die Welt eine sich über scheinbar zahllose Ebenen erstreckende makro-mikrokosmische Analogie zugrunde liegt zu den wichtigsten Merkmalen des Tantrismus.
Tantrismus ist maßgebend für die Entstehung des Vajrayana, das die Verwirklichung der Buddha-Natur anstrebt. Das Vajrayana strebt die Erleuchtung möglichst noch im gegenwärtigen Leben an. Dazu benutzt es radikale Mittel und Methoden, die eine tiefgreifende Bewußtseinsveränderung hervorrufen.
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