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. Jeden morgen wurde am Appleplatz durchgezählt, dann ging es gleich an die Zwangsarbeit in den Rüstungsfabriken. Zum Essen gab es nur manchmal etwas Suppe und oder ein Brot zum Frühstück. Erschossen wurden die, die nicht gehorchten, wegliefen oder zu schwach waren. Ungefähr 400 Personen lebten in Baracken, die eigentlich für 25 Pers. gebaut wurden.
Propagandaaufnahme des Appells
Dieses Foto stammt vom Fotografen Friedrich Franz Bauer.
Es entstand im Auftrag durch die SS im Juni 1938 und wurde
nicht veröffentlicht. Der letzte NS-Propaganda Bildbericht
über das Konzentrationslager Dachau stammt aus dem Jahr
1936.Das Foto ist als Propagandabild der Nationalsozialisten
inszeniert. Die verfälschte Botschaft lautet: \"Das KZ Dachau
war ein Arbeitsumerziehungslager.\" Das Foto entstand auf dem
Areal des Appellplatzes. Der abwertende Blick der Kamera von
oben nach unten auf die Köpfe der Häftlinge vermittelt deren
unterlegene Position. Diese bewußte Diffamierung der Häftlinge
wurde sorgsam durch die Wahl von Licht und Schatten unterstrichen.
Die Häftlinge werden nicht als Individuen dargestellt,
sondern Gesichter und Körper sind Teil der Gruppe
der sogenannten \"Volksschädlinge\". \"Appell im November 1938\"
Karl Freund, 17.12.1938
Die Zeichnung des Überlebenden Karl
Freund zeigt einen Appell imNovember
1938 aus der Perspektive der Häftlinge
.Dieses Bild ist ein Dokument des
Überlebens und steht so gegen die
inszenatorische Fotografie der SS.Zu
jener Zeit waren im Zuge des Pogroms vom 9.
November 1938 über 10.000 jüdische Männer
aus Deutschland und Österreich ins
Konzentrationslager
Dachau verschleppt worden. Alltag und Sauberkeit in den Baracken
Das Bild wurde bei einem offiziellen Besuch des Lagers durch
SS-Führer im Jahr 1941 aufgenommen.Die penible
Sauberkeit in den Baracken war in der Lagerordnung
vorgeschrieben und wurde mit Terror gegenüber
den Häftlingen durchgesetzt.
Die Forderung eines gewienerten Holzbodens, die
penible Einrichtungsordnung der
Schränke und das sogenannte Bettenbauen dienten
als Vorwand für
Schikanemaßnahmen und Anlass für
Strafmeldungen gegen die Häftlinge.
Die Baracken waren kein Rückzugsraum für die
Häftlinge, sondern auch hier wirkten
Willkür und Terror der SS.Der Überlebende Adam
Kozlowiecki beschreibt in seinem
Tagebuch Ucisk i strapienie die genaue Kontrolle der
Schränke und die unerfüllbaren Forderungen:Die Fächer
und Wände der hölzernen Spinde mussten immer so weiß
sein, als wenn sie frisch gehobelt wurden. Kein Fleckchen
durfte sichtbar sein ... sonst folgten Maulschellen vom Blockältesten, Strafarbeit ... oder Strafmeldung, deren Folge war mindestens eine Stunde Pfahlhängen.
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