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sonstige artikel (Interpretation und charakterisierung)

Arbeitsvorbereitung (=av)



Sie umfaßt alle Maßnahmen methodischer Arbeitsplanung und Arbeitssteuerung mit dem Ziel, ein Optimum aus Arbeitsaufwand und -ergebnis zu erreichen.  Definition nach AWF (Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung)

Arbeitsplanung:

Sie umfaßt alle einmalig auftretenden Planungsmaßnahmen, welche unter ständiger Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit die fertigungsgerechte Gestaltung eines Erzeugnisses oder ablaufgerechte Gestaltung einer Dienstleistung sichern (gewährleisten).

Arbeitssteuerung:

Sie umfaßt alle Maßnahmen, die für eine der Arbeitsplanung entsprechende

Auftragsentwicklung erforderlich sind.


2.1. Arbeitsablauf in der AV

(Einbindung von Arbeitsplanung und Arbeitssteuerung in die AV)




2.2. Gliederung der AV


direkte Aufgaben der AV:

Sind solche, die sich unmittelbar auf ein Produkt beziehen.


indirekte Aufgaben der AV:

Sind solche, die sich auf zwei oder mehrere Produkte beziehen; sie werden deshalb auch generelle (allgemeine) gesamtbetriebsbezogene Aufgaben genannt.


Übersicht über die Aufgaben der AV:








2.3. Direkte Aufgaben der Fertigungsplanung

Sie betreffen die unmittelbare, optimale, arbeitstechnische Gestaltung der Fertigung (von einzelnen Produkten) unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, technologischer und menschlicher Gesichtspunkte.


- Stücklistenerstellung
- Arbeitsplanerstellung

- Erstellung von Einheitsfristenplänen
- Bedarfsplanung je Einheit

a) Stücklistenerstellung:

Darunter verstehen wir die Darstellung der Beziehungen des Erzeugnisses zu dessen Baugruppen und Einzelteilen = Struktur des Erzeugnisses in Baugruppen, Untergruppen und Unterteile.
z.B.: Baukasten-, Mengenübersichts-, Struktur-, Baukastenstrukturstückliste, Strukturbaum, ...


b) Arbeitsplanerstellung:

Dieser beinhaltet die Anweisung dafür, wie, wo und womit aus welchen vorgegebenen Stoffen, mit welchen Betriebsmitteln und Werkzeugeinzelteile (Baugruppen, Erzeugnisse) herzustellen sind.
Wir können zwischen Arbeitsplan und Arbeitsunterweisung (AU) unterscheiden. Die Arbeitsunterweisung bezieht sich auf die Tätigkeit der Menschen innerhalb eines Vorganges. Der Arbeitsplan auf die Reihenfolge der Arbeitsvorgänge (Tätigkeiten).

c) Erstellung von Einheitsfristenplänen:

Darunter versteht man die Ermittlung von Fristen für eine Fertigungseinheit, wobei auf die zeitliche Abfolge zu achten ist (richtiges Hinter- und Nebeneinander der Vorgänge).

d) Bedarfsplanung je Einheit:

Dies ist die Ermittlung des Material-, Betriebsmittel- und Arbeitskräftebedarfes für eine Produkteinheit

(= meist ein Stück).

2.4. Indirekte Aufgaben der Fertigungsplanung

Mittelbare oder indirekte Aufgaben beziehen sich auf 2 oder mehrere Produkte und haben generellen,
gesamtbetriebsbezogenen Charakter.

Dabei werden Entscheidungsgrundlagen erarbeitet für:

- Produktionsprogrammplanung

- Produktgestaltung
- Normung und Typung

- Wiederholteilverwendung
- Teilefamilienbildung

- langfristige Kapazitätsplanung
- Investitionsplanung

- Kostenplanung
- Materialfluß-, Gebäude-, Fabriksplanung

- Lohngestaltung








a) Produktionsprogrammplanung:

umfaßt die Ermittlung der Absatzerwartung (Marktanalyse) und die daraus abgeleitete Aufstellung des Produktionsprogrammes. Dieses gibt die Anzahl der zu produzierenden Erzeugnisse nach Zeitperioden geordnet an. Es bewirkt somit den Primärbedarf in den einzelnen Zeitperioden die sich daraus ergebenden Fertigungsaufträge (= Fertigungsprogramm).

b) Produktgestaltung:

Sie hat das Konzipieren, Entwerfen und Ausarbeiten technischer Produkte zum Inhalt.
Konzipieren umfaßt die Schritte des Klärens der Aufgabenstellung, das Abstrahieren und Gliedern
der Aufgabe in Teilfunktionen, das Suchen der Lösungsprinzipien bzw. Elemente für die Teilfunktionen und das Kombinieren der Prinzipien zur Erfüllung der Gesamtfunktionen (siehe Wertanalyse).

c) Normung und Typung:

Normung ist ein umfassender Begriff für die Regelung einer Vielzahl von Erscheinungen, um eine möglichst eindeutige sinnvolle abgestimmte Ordnung zu erreichen.
Eine Norm ist die gleiche Lösung für sich wiederholende Aufgaben. Bezieht sich die Norm auf Art und Größe eines Produktes, so ist sie eine Typung. Ein Typ ist somit ein Gegenstand, der nach Art und Größe festgelegt ist. Durch Typung entstehen genormte Typen.


d) Wiederholteilverwendung:

Ein Wiederholteil ist ein nicht genormtes, für ein bestimmtes Erzeugnis entwickelter Bauteil, daß entweder in verschiedenen Teilgruppen des gleichen Erzeugnisses wiederkehrt oder in verschiedenen Erzeugnissen eingebaut wird. Die Wiederholteilverwendung steht damit zur Werksnormung dar.


e) Teilefamilienbildung:

umfaßt die Zusammenfassung ähnliche Teile zu Gruppen (= Teilefamilien), um größere Losgrößen zu erhalten.


f) langfristige Kapazitätsplanung:

Sie stellt die Angabe eines langfristigen Überblicks über die benötigten, verfügbaren und bereits verplanten Kapazitäten dar.


g) Investitionsplanung:

Sie beinhaltet die Abstimmung der zu tätigenden Investitionen (Überführung von Geld in Sachmitteln in Güterherstellung/-produktion) auf das Produktionsprogramm wie z.B.: Gebäude, Grundstücke, BM, ...


h) Kostenplanung:

Sie beinhaltet die Planung der kostenmässigen Auswirkungen von Investitionen (z.B.: in Hinblick auf die Herstellkosten) und die kostenmässige Durchrechnung des Produktionsprogrammes nach
Kostenarten, -stellen und -träger.












i) Materialfluß-, Gebäude-, Fabriksplanung:

Die Materialflußplanung umfaßt (unter Zugrundelegung der Arbeitsabläufe zur Fertigung und Erfüllung des Produktionsprogrammes) einerseits die Ermittlung der hier auftretenden Transport- und Lagerbelastungen und andererseits die günstigste räumliche Anordnung der Arbeitsräume (Arbeitsplätze), sowie Auswahl und Organisation der einzusetzenden Transportmittel und Lagergeräte.


j) Lohngestaltung:

Sie beinhaltet die Schaffung eines gerechten Lohnsystems.

2.5. Direkte Aufgaben der Fertigungssteuerung

Sie betreffen die unmittelbare Vollzugsplanung den Vollzug und die Kontrolle des Fertigungsprozesses.


- Materialbedarfsermittlung
- Lagerbewirtschaftung

- Kapazitätsdisposition
- Auftragssteuerung

a) Materialbedarfsermittlung:

Sie beinhaltet die Ermittlung und Abteilung eines nach Menge und Zeit definierten (bestimmten)
Bedarfes an Bauteilen, Halbfabrikaten, Rohmaterialien, sowie Hilfs- und Betriebsstoffe.


b) Lagerbewirtschaftung:

Die Lagerbewirtschaftung hat die Aufgabe(n) die für die Ein- & Auslagerung notwendige Aufzeichnungen zu führen, dem Qualitätsstandard zu ermitteln (Wareneingangskontrolle) und jegliche Qualitätsminderung zu verhindern, sowie die erforderlichen Materialien (Bauteile, Halbfabrikate, Hilfsmittel, ...) in der benötigten Menge und Qualität und zum richtigen Termin bereitzustellen.


c) Kapazitätsdisposition:

Beinhaltet die Belastung der Kapazitäten (Mensch, Betriebsmittel), sowie die Abstimmung des sich daraus ergebenden Kapazitätsbedarfes mit der verfügbaren Maschinen- und Arbeitskräftekapazität.


d) Auftragssteuerung:

Umfaßt alle Maßnahmen, die der Einhaltung der Terminplanung in der Teilefertigung und Montage dienen.

2.6. Indirekte Aufgaben der Fertigungssteuerung

Sie sollen die FSt sichern und möglichst optimal gestalten.

- Ermitteln und Bereitstellen von Ist-Daten
- vorgeplante Betriebsmittelinstanthaltung

a) Ermitteln und Bereitstellen von Ist-Daten:

Umfaßt alle erforderlichen Tätigkeiten um im Zuge der Teilefertigung und -montage
durchgeführten Vorgänge durch Daten zu beschreiben, wobei auch Stammdaten zur
Identifizierung der Ist-Daten soweit zu beschreiben, als diese Daten zur Lösung von
unterschiedlichen Teilaufgaben des Unternehmens benötigt werden.





b) vorgeplante Betriebsmittelinstanthaltung:

Wartung, Service, Kontrolle, Erneuerung u/o Prüftermine werden so eingeteilt, daß sich womöglich keine Störungen der Fertigung ergeben (z.B.: Fertigungspausen, Wochenende, Betriebsruhe, ...).

 
 
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