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Als Aggression kann man solche Verhaltensweisen bezeichnen, die absichtlich darauf gerichtet sind, anderen Menschen zu schaden, wobei die Tatsache, daß die Verhaltensweise absichtlich auf eine Beleidigung oder Verletzung anderer gerichtet ist, entscheidend ist. Problematisch ist dabei, daß es nicht immer möglich ist, diese Absicht festzustellen. Die Aggressivität ist auch nicht auf bestimmte Verhaltensweisen beschränkt, da es unerheblich ist, in welcher Form man andere Menschen \"verletzt\". Die hier beschriebene feindliche Aggression unterscheidet sich von der instrumentellen Aggression, die als Nebenergebnis auftritt, und deren Hauptziel nicht die absichtliche Verletzung um ihrer selbst Willen ist, denn sie soll nur ein Mittel zur Erreichung eines anderen Zieles sein.
Es stellt sich nun die Frage ob die Aggression eine dem Menschen angeborene Bestimmung ist. Sigmund Freud war als Begründer der Psychoanalyse der Auffassung, daß aggressives Verhalten Ausdruck eines \"Todestriebes\" sei, den alle Lebewesen besäßen, der sich auch nach innen richten kann. Freud hielt es demnach für unmöglich, der Aggressivität des Menschen wirkungsvoll entgegenzutreten. Er sah nur noch die Möglichkeit, die Aggressivität zu kanalisieren. Im Gegensatz zu Freud wies der Verhaltensforscher Konrad Lorenz insbesondere auf die Vorteile des Aggressionstriebes hin, der der Arterhaltung diene. Wichtig war für ihn dabei die Existenz sog. Hemm-Mechanismen, deren Funktion aber durch moderne Waffen fast aufgehoben wird. Lorenz spricht auch von aggressiven Energien, die sich im Organismus aufstauen und die rechtzeitig abgeleitet werden müssen. Lernpsychologen erklären die weite Verbreitung aggressiver Verhaltensweisen jedoch damit, daß diese bei dem Bemühen, eigene Ziele zu erreichen, häufig Erfolge nach sich ziehen. Der Lorenz-Schüler Eibl-Eibesfeld versucht daher, besonders das Zusammenwirken angeborener Voraussetzungen mit Erlerntem zu erforschen.
Delgado wies in einem Experiment durch elektrische Reizung bestimmter Stellen des Hypothalamus deren Bedeutung bei aggressivem Verhalten nach. Dennoch wird dadurch nicht der Einfluß von Lernprozessen widerlegt. Es läßt sich feststellen, daß beim Menschen zwar die ererbte Voraussetzung gegeben ist, aggressive Verhaltensweisen zu zeigen, die jedoch von Wahrnehmungs- und Bewertungsprozessen abhängen. Es stellt sich daher die Frage, welche Bedingungen den Erwerb aggressiver Verhaltensweisen fördern können. Dazu muß man sagen, daß aggressive Verhaltensweisen einerseits verstärkt werden können, dadurch, daß ein Mensch z.B. erfährt, daß er seine Wünsche durch aggressives Verhalten besser durchsetzen kann, daß andererseits aber auch Beobachtungslernen eine große Rolle spielt, wie sich durch Experimente (Bandura - Film) bestätigen läßt. Weiterhin ist danach zu fragen, welche Auslöser und Bedingungen aggressiven Verhaltens es gibt. Dazu wurde die Hypothese aufgestellt, daß Frustrationen eine entscheidende Rolle bei der Auslösung von Aggressionen spielen. (Robert Sears) Nachfolgende Experimente (Buss) müssen aber zu einer erhebliche Einschränkung dieser Hypothese führen, so daß nur behauptet werden kann, daß Frustrationen aggressive Handlungen zwar auslösen können, aber nicht müssen. Insbesondere führen sogar starke Frustationen eher zu Angst und Niedergeschlagenheit. Andere Auslöser sind zum Beispiel Angriffe und Beleidigungen und häufig sind aggressive Verhaltensweisen auch das Ergebnis eines Prozesses, wobei z.B. eine eigentlich harmlose Bemerkung eine Kettenreaktion auslösen kann. Es gibt außerdem auch nachweislich Aggression auf Anordnung (Milgram - Elektroschock), wobei ein Teil der eigenen, sozialen Verantwortung auf eine \"übergeordnete\" Stelle oder Person geschoben wird. Dabei werden aggressive Handlungen auf Anordnung häufig auch gegen ernsthafte innere Widerstände durchgesetzt. Die soziale Verantwortung kann auch durch Anonymität vermindert werden, wobei die Bereitschaft zu aggressiver Handlung steigt. Anonymität kann auch erreicht werden, wenn man sich z.B. als Teil einer Masse sieht. So kann die Verantwortung auf viele verteilt werden und die Verfolgung wird erschwert. Auch Uniformen durch die Herstellung eines einheitlichen Aussehens zu gesteigerter Anonymität.
Welche Möglichkeiten gibt es nun, aggressive Verhaltensweisen abzubauen? Zunächst ist es sinnvoll, auf Bestrafungen zu verzichten, da sich mit diesen nur eine vorübergehende Unterdrückung einer aggressiven Verhaltensweise erreichen läßt, da mit ihr eine aggressive Vorbildwirkung verbunden ist und da sie als Angriff verstanden werden kann und damit wiederum aggressives Verhalten auslösen könnte. Eine andere Möglichkeit könnte darin bestehen, daß Gefühle sich ersatzweise abreagieren lassen, was jedoch bisher nicht belegt werden konnte und aus lernpsychologischer Sicht eher unwahrscheinlich ist. Hokanson ist der Ansicht, daß es nicht so sehr das Ziel einer aggressiven Handlung ist, emotionale Erregung zu vermindern. Wenn man sich allerdings durch direkte Gegenaggression abreagiert, so hängt eine Minderung der Erregung und ein Nachlassen der Aggressionsbereitschaft von dem Status des Verursachers ab, so daß z.B. eine Abreaktion an einem Schwächeren ein angenehmes Erlebnis sein kann, was jedoch wieder zu einer sicher unerwünschten Verstärkung führen kann. Die Möglichkeit der Opfer von Aggressionen, diese durch Leidensbekundungen zu verhindern, besteht scheinbar nur, wenn der Zorn oder die Verärgerung des Aggressors gering ist, andernfalls könnten solche Bekundungen die Aggressionsbereitschaft sogar fördern. Am wirkungsvollsten scheint es zu sein, wenn die Bedingungen abgebaut werden, die das Entstehen der Aggression fördern. Das heißt Anonymität ist zu verhindern, und die Bereitschaft zur Übernahme sozialer Verantwortung muß gefördert werden. Wünsche durch aggressivesetzen kann, daß andererseits aber auch Beobachtungslernen eine große Rolle spielt, wie sich durch Experten bestätigen läßt. Weiterhin ist danach zu fragen, welche Auslöser und Bedingungen aggressiven Verhaltens ____ Arial___0LQ Courier 12PI___e aufgestellt, daß Frustrationen eine entscheidende Rolle bei der Auslösung von Aggressionen spielt.
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