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Biographie gerhart hauptmann


1. Drama
2. Liebe

Als Sohn eines Gastwirts und Hotelbesitzers wurde Gerhart Hauptmann am 15. November 1862 in Bad Obersalzbrunn geboren. Früh schon lernte er das Leben der einfachen Menschen – Fuhrleute, Bergarbeiter, Häusler – ebenso kennen wie das der vornehmen Kurgäste. Seine erste Bildung erhielt er in der Dorfschule. Ab 1874 besuchte er die Städtische Realschule in Breslau, mußte sie aber vier Jahre später wegen materieller Schwierigkeiten seiner Eltern wieder verlassen. Die Schule bedeutete für ihn mehr Zwang und Kerker als wirkliche Lebensbildung. Er verließ sie – nach eigenen Worten – mit dem Gefühl eines entlassenen Sträflings.
Die folgende Zeit ist durch Kampf mit widrigen Lebensumständen und qualvollen inneren Auseinandersetzungen gekennzeichnet. Einer knapp zweijährigen Tätigkeit als Landwirtschaftseleve auf dem Gut seines Onkels in Lederose folgte der Besuch der Bildhauerklasse der Kunst- und Gewerbeschule in Breslau bis 1882 und zwei Semester Studium an der Universität Jena schlossen sich an. Von einer erfolglosen Reise nach Italien zurückgekehrt, hörte er Vorlesungen an der Universität in Berlin, nahm Schauspielunterricht und stürzte sich in das Gesellschaftliche Leben der Weltstadt. 1885 heiratete er die Tochter eines Großkaufmanns.
Mit Versdichtungen hatte der Schüler begonnen, 1887 erschien die erste der bedeutenden Erzählungen, die Novelle „Fasching“, aber schon durch die 1889 erfolgte Aufführung des Dramas „Vor Sonnenaufgang“ rückte Hauptmann in die erste Reihe der deutschen Schriftsteller. Nun entstand in schneller Folge Werk auf Werk.
Vielfältig waren die öffentlichen Ehrungen, die der inzwischen weltbekannte Gerhart Hauptmann erfuhr. Während ihm durch Einspruch Wilhelms II., der ihm „Die Weber“ (1892) nicht verzeihen konnte, der Schillerpreis verweigert wurde, verlieh ihm die Akademie der Wissenschaften drei mal den Grillparzerpreis. 1905 ernannte ihn die Universität Oxford zum Ehrendoktor, später folgten andere Universitäten diesem Beispiel. Als damals bedeutendste Auszeichnung wurde ihm 1912 der Nobelpreis zugesprochen.
Nach Ausbruch des ersten Weltkriegs forderte der französische humanistische Schriftsteller Romain Rolland in einem öffentlichen Brief Hauptmann zur Verurteilung der barbarischen deutschen Kriegführung im neutralen Belgien auf. Wie viele bürgerliche Intellektuelle war aber auch Gerhart Hauptmann der deutschen Kriegspropaganda erlegen und lehnte diese Aufforderung ab. Hauptmann trat wiederholt als Mahner für Humanität und Einigkeit auf, ohne sich aber einer bestimmten politischen Richtung anzuschließen.
Als Kranker erlebte er im Februar 1945 den Bombenangriff auf Dresden. Von dieser Erschütterung erholte er sich nicht mehr. Unmittelbar vor dem Übersiedeln nach Berlin, am 6. Juni 1946, starb der Dichter. Ende Juli wurde er, wie es sein Wunsch gewesen war, kurz vor Sonnenaufgang in Kloster auf Hinddensee begraben.

Gerhart Haupmann (1862 – 1946) gelang, was Arno Holz angestrebt hatte: Er eroberte – sehr zum Verdruß des weniger erfolgreichen – die Bühne für den Naturalismus und schuf Musterbeispiele des neuen Dramas, die über die Produkte seiner Zeitgenossen weit hinausragten und internationalen Rang erreichten.
Dabei war sein Weg zum Dramatiker steinig, voller Umwege und von Unsicherheit und Zweifel geprägt. Sein Leben war in den ersten fünfundzwanzig Jahren „ohne sichtbares Steuer und ohne sichtbaren Kompaß“. Auf seiner Suche nach seiner Lebensaufgabe versagte der körperlich und seelisch labile Träumer ein ums andere Mal: als Schüler, als Landwirtschaftseleve, Kunststudent, Bildhauer, Schauspieler. Er schwankte lange ernsthaft zwischen der Bildhauerkunst und der Poesie und fühlte sich zeitlebens der bildenden Kunst eng verbunden. Sie wirkte vielfältig auf sein literarisches Schaffen ein.
Hauptmanns soziales Engagement geht auf eigene Erfahrung zurück. Er lernte als Heranwachsender Hunger und Not am eigenen Leib kennen, nachdem sein Vater, ein Gastwirt in dem schlesischen Badeort Salzbrunn, den Gasthof aufgeben mußte verarmte. Als Student kam er mit sozialreformerischen und weltverbesserischen Ideen in Berührung, und auf einer von seiner Braut finanzierten Reise nach Spanien und Italien begegnete er erneut dem menschlichen Elend, das ihn schwer bedrückte und tiefes Mitleid in ihm weckte.
Die Heirat mit der großbürgerlichen Kaufmannstochter Marie Thienemann machte ihn wirtschaftlich unabhängig. Er konnte sich in Berlin und dessen näherer Umgebung im Freundeskreis mit sozialen, naturwissenschaftlichen, religiösen und künstlerischen Fragen beschäftigen. Hier lernte er auch die Naturalisten kennen, vor allem Arno Holz, und schloß sich der Literaturvereinigung „Durch“ an, die wöchentlich im Hinterzimmer einer Kneipe tagte.

 
 
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